Freiwillige Feuerwehr Solar-Grauwinkl
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Grauwinkl

Katasterblatt von „Grauwinkel“ - man erkennt die zahllosen kleinbemessenen Grundstücke.

Auf der Jahrsdorfer Strasse, die das Dorf Solar in der Mitte durchschneidet, einen Kilometer weiter und dann einen
Kilometer links ab, finden wir am Anfang eines lauschigen Tales, ebenfalls in Obstbäumen und Hecken versteckt, das Dorf Grauwinkl. Dieses Dorf ist 3,5 Kilometer von Hilpoltstein entfernt und zählt [1935] 76 Einwohner in 14 Haushaltungen. Im Gegensatz zu Solar gehört Grauwinkl zur Pfarrei und Schule Jahrsdorf, wohin 2 Kilometer Weg sind.

Auf der „Mappa Vogeliana“ von 1604 heißt Grauwinkl noch „Cräwinckel“.

Im Jahre 1451 war ein
Kärling Prominvater in Grauwinkl. Joseph Plass nennt in „Der oberpfälzische Adel“ neben Kräling auch noch einen Probst (1311) als weiteren Adeligen in Grauwinkl. „1544 schrieb man Crawinkel, welcher Name sich von Krähenwinkel ableiten soll. Die Siedlung Grauwinkl fällt in die dritte germanische Siedlungsperiode (9. bis 12. Jahrhundert). Crewinkel gehört schon  Anfangs des 16. Jahrhunderts zur Pfarrei Jahrsdorf. Nach dem Salbuche zählte Crewinkel damals 13 Höfe, Güter und  Mannschaften, davon 1 der Herrschaft Stein, 1 der 12 Brüder Stiftung in Nürnberg, 1 der St. Marthastiftung, 2 des Almosens, 1 St. Clara Convents, 1 Joachim Nützels, 1 der Teutschherrn in Nürnberg, 1 Breitensteinisch, 4 des Gotteshauses zum Stein. Die Obrigkeit hat Stein.“ Hier hat Rindfleisch wieder aus der Siegert-Chronik zitiert.

Werner Kania nimmt den
Wiessner’schen „Historischen Atlas“ zur Hilfe und schreibt 1985: „Das urkundlich vermutlich im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Dorf zählte im 16. Jahrhundert 13 Untertanen.
Im 18. Jahrhundert hatte das Dorf 14 Anwesen. Die Grundherrschaft
übten aus die Elisabeth-Stiftung Nürnberg mit 1 Anwesen, die Pfarrkirche Hilpoltstein mit 4 Anwesen, die Protestantische Kultusstiftung Nürnberg mit 2, die Mendelsche Zwölfbrüderstiftung mit 2 und Freiherr Haller von Hallerstein mit 1. Für 4 Anwesen wird nur das zuständige Rentamt [Hilpoltstein] angegeben. Um 1820 zählt das Dorf 15 Wohngebäude mit 65 Einwohnern, im Jahre 1904 16 Wohngebäude und im Jahre 1950 14 Wohngebäude mit 88 Einwohnern. Die Flurgröße betrug 220 Hektar.“ Heute wohnen in Grauwinkl 124 Personen in 28 Anwesen.

In der Chronik des Obst- und Gartenbauvereins Jahrsdorf u.U. schrieb Hans
Wild 1998 zur Geschichte Grauwinkls: „Während Mindorf, Patersholz, Eibach und Löffelhof bis zu Beginn der Reformation zur Pfarrei Eysölden gehörten und sich erst 1535 von Eysölden trennten und an Jahrsdorf, einer Filiale von Hilpoltstein, anschlossen, war Grauwinkl schon immer der Filialkirche von Jahrsdorf, einschließlich dem Begräbnis, zugeteilt.
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1727 wurde in Grauwinkl eine Kapelle anstelle des bisherigen Bildstocks gebaut, 1804 wurde sie abgebrochen, 1814 wurde die jetzige Kapelle errichtet. Sie wird zu Andachten der einheimischen Katholiken verwendet. 1977/78 fand eine Renovierung der Kapelle durch Rechtler und Jagdgenossen statt

Ein schönes Stück barocker Sakralkunst ist die Madonnenfigur in der Grauwinkler Kapelle.

Die beiden Weltkriege forderten auch in Grauwinkl ihren Tribut. Acht junge Männer blieben im Felde. Vor der Gebietsreform war Grauwinkl ein Teil der Gemeinde Solar. 1970 wurde die Gemeinde Solar als erste Gemeinde im ehemaligen Landkreis Hilpoltstein nach Hilpoltstein eingemeindet. Grauwinkl ist nun ein Ortsteil der Stadt
Hilpoltstein. In den Jahren 1970 bis 1980 lief das Flurbereinigungsverfahren in den Fluren von Grauwinkl.

Auch Grauwinkl hat sein Dorfbild verändert und verändert es immer noch.

1982 wurde
Grauwinkl mit Jahrsdorf durch eine neue Straße verbunden und 1990/91 wurde eine Maschinenhalle mit Aufenthaltsraum
errichtet. 1992 wurde der Main-Donau-Kanal, der 20 Hektar der Flur von Grauwinkl wegnahm, feierlich eröffnet.
Um die
Gestaltung eines aktiven Gemeindelebens bemühen sich die ortsansässigen Vereine. Das sind z.Zt. der Krieger-, Soldaten- und Kameradschaftsverein Jahrsdorf u.U., der Obstund Gartenbauverein Jahrsdorf u.U., die Blaskapelle Jahrsdorf, die Feuerwehrvereine, die Sportfreunde Jahrsdorf, die Landfrauenbewegungen, der Kath. Deutsche Frauenbund, der Pfarrgemeinderat, die Kath. Landjugend und neuerdings auch die
Maibaumfreunde.“