Freiwillige Feuerwehr Solar-Grauwinkl
Home
Aktuelles
Fahnenweihe
Wir über uns
Historie
Termine
Solar/Grauwinkl
Photoalbum
Gästebuch
Links
Interner Bereich
Kontakt/Impressum

Reise in die Vergangenheit: Solar


Ausschnitt aus dem Blatt Schwabach des „Topographischen Atlasses
von Bayern“ aus dem Jahr 1822
.

„Nur eine halbe Stunde von Hilpoltstein entfernt, das erste Dorf an der Strasse nach Jahrsdorf, ist Solar mit 115 Einwohnern in 21 Haushaltungen. Die Gemeindeflur, im Rät gelegen, umfasst 477½ Hektar, von denen 39 Hektar Haus- und Hofräume, 248 Hektar Ackerland, 98 Hektar Wiesen, und 45 Hektar Wald sind.“ So beginnt ein Zeitungsartikel vom 22. November 1935, in dem der Hilpoltsteiner Steuerinspektor Karl Rindfleisch die Dörfer Solar, Grauwinkl und den früheren Gutshof Auhof beschreibt.

Er fährt fort: „Solar gehörte schon immer zur Pfarrei Hilpoltstein, desgleichen auch zur Herrschaft. Im Salbuch ist es folgend beschrieben:
21 Höfe, Güter und Mannschaften, davon 3 der Herrschaft Stein; 2 gen Seligenporten; 6 alt nürnbergisch; 1 Eigengut, das Georg Pabst,Bürger in Nürnberg baut (einst Herrensitz); 2 der Chorherren zu Stein; 6 dem Gotteshaus allda. Alle Obrigkeit hat Stein, gehört zur Pfarrei Stein in die Stadt.“ Dr. Werner Kania schreibt im„Verzeichnis der Archivbestände der Gemeinde Solar“ von 1985: „Das urkundlich 1109 erstmals erwähnte Dorf Solar zählte im 16. Jahrhundert 21 Untertanen. Im 18. Jahrhundert 20 Anwesen. Die Grundherrschaft übten aus das Chorstift Hilpoltstein mit 3 Anwesen, die Pfarrkirche Hilpoltstein mit 5 ½, die Protestantische Kultusstiftung Nürnberg mit 3, die von Schwarz’sche Guts-herrnschaft Nürnberg mit 1, das Kloster Seligenporten mit 1, die Kirche Jahrsdorf ½. Für 2 Anwesen wird nur das zuständige Rentamt genannt, ohne den Grundherren zu nennen. Frei eigen waren 2 Anwesen. Im Jahre 1820 hatte das Dorf 21 Wohngebäude mit 110 Einwohnern, im Jahre 1904 23 Wohngebäude und im Jahre 1950 22 Wohngebäude mit 116 Einwohnern. Die Flurgröße betrug 230 Hektar.“ Heute hat Solar 71 Anwesen mit 228 Einwohnern. Die Gemarkung Solar umfasst 506 ½ Hektar, mit 28 Hektar Gebäude- und Freiflächen, 259 Hektar Ackerland, 67 Hektar Wiesen und 79 Hektar Wald.

Das heutige Solar von Osten gesehen. Am oberen Bildrand die Burgstadt Hilpoltstein.

Wieder zurück zu Karl Rindfleisch und seiner Ortsbeschreibung: „Solar kommt vermutlich vom althochdeutschen Söller, das ist erhöhter Platz. Die Besiedlung Solars fällt in die dritte germanische Siedlungsperiode (9. bis 12. Jahrhundert). In Solar war ab dem Mittelalter ein Schloss, das im Besitz der Lemblin (1337 - 1352),  der Gammersfelder (1530 - 1680) und der Oelhafen (1680 - 1722) war. Bereits im Jahre 1109 war schon ein Engilmar von Solar genannt, zu Zeiten Ulrichs, des Stammvaters der Herren von Stein. Heinrich II. von Stein verkaufte 1337 seinen Hof zu Solern an Frau Irmel, die Lemmlin.“ Hier und noch öfters zitiert Rindfleisch wortgetreu Carl Siegert in seiner „Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein“ von 1861 (S. 214). Wolfgang Wiessner korrigiert Siegert im „Historischen Atlas“ (S. 145) und nennt einen Engilher de Solar;auch die genannte Jahreszahl sei nicht ersichtlich. Beim Verkauf dieses Hofes am 26. Juni 1337 werden Heinrich Geuschmid, Albrecht Smuggenhofer und Fritz Holzschuher als Zeugen erwähnt. Das Geschlecht der Lemblin (sie werden auch Lemel oder Lämblin genannt) stammt ur-sprünglich aus Bamberg. Irmel(gard) Lemblin stiftete 1360 eine Pfründe auf dem St. Andreasaltar bei St. Lorenzen. 1513 (8. September) ist mit Michael Lemblin das Geschlecht erloschen.

  


„Der Adelige Sigmund von Gammersfelder von Solar gehörte einem Nürnberger Geschlecht an und hatte den Landsitz Solarn bei Hilpoltstein erkauft (nach diesem nennt sich das Geschlecht „Gammersfelder von Solar“). Er war vermählt mit Ursula Dorothea, einer Tochter des Georg Poemer, ebenfalls ein Angehöriger eines Nürnberger Geschlechts. 1656 hat dieses Ehepaar in Schwimbach seine Familiengrabstätte errichten wollen. Zum Dank für die Bewilligung hierzu hat das genannte Ehepaar der Schwimbacher Kirche ein auf Holz gemaltes Bild, das die Schlüsselübergabe an Petrus zeigt, gestiftet. Auf diesem Bild befinden sich unten links und rechts die guterhaltenen Wappen der Nürnberger Geschlechter der Gammersfelder und der Poemer mit folgender Signierung: links S.G.V.S., das heißt: Sigmund Gammersfelder von Solarn, rechts: U.D.G.G.P., das heißt: Ursula Dorothea Gammersfelder Georg Poemers Tochter.“ So beschreibt auch der Schwimbacher Pfarrer Georg Herrmann bereits 1912 im „Schwimbacher Kirchenbüchlein“ dieses Tafelbild. Es hängt heute in der Sakristei der Schwimbacher Kirche.
Auf einem Tafelbild in der Schwimbacher Kirche, das die Schlüsselübergabe an Petruszeigt, befinden sich unten links und rechts die Wappen des Stifterehepaares Sigmund und Ursula Dorothea Gammersfelder von Solar.


Die „Gammersfelder von Solar“ stammen ursprünglich aus Burghausen an der Salzach. 1466 erhielt ein Jörg Gammersfelder von Pfalzgraf Ludwig, Herzog von Bayern, einen Wappenbrief. Das Wappen zeigt einen goldenen Eichenzweig auf silber-rot geteiltem Grund. In Nürnberg treten sie erstmals in Erscheinung, als Christoph Gammersfelder 1532/33 in der Nähe des Augustinerklosters ein Haus kaufte. Die Gammersfelder zählten zu den großen Nürnberger Unternehmen im Safranhandel. Über die Holzschuher hatten die Gammersfelder zudem Verbindung zum Kupferabbau und Saigerhandel (Kärnten, Steiermark). Unser Junker Sigmund von Gammersfelder auf Solar verkaufte 1661 an Johann Hieronymus Imhoff ein Gütel und einen Zehenten zu Merlach (Mörlach). 1730 (21. April) wurde der Familie die Gerichtsbarkeit verliehen und 1740 (8. Dezember) ist mit Christoph Sigmund Gammersfelder das Geschlecht erloschen.
Unser Reisebegleiter Karl Rindfleisch führt uns weiter: „Solar besitzt eine kleine Kapelle, die hübsch gelegen mitten im Dorf, über eine Freitreppe zu erreichen ist. Das Dorf liegt auf hügeligem Gelände, östlich von Hilpoltstein und ist rings mit dichten Heckenwällen umgeben.



Der hl. Stephanus auf einer Vortragestange in der Solarer Kapelle.